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Silvia Konstantinou
 
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2 Auszüge
aus dem autobiografischen Text- und Gedichtband
"Auf der Suche nach Liebe", 1997


Depressionsskizze

hineingetappt
hingefallen
durchgehangen
hängengeblieben
wundgeheult
ausgelaugt
aufgerieben
schwachgeblutet
schmerzgeknickt
leisgewimmert

weggetaucht
eingeschlafen

aufgewacht
hochgeschaut
durchgeatmet
aufgestanden
faustgeballt
maskengegrinst
aufgestampft
freigebrüllt

weitergemacht



Als ich mit dir verweilte

damals am Berg
die Stadt zu unseren Füßen
schillernd im Lichterkranz
als der warme Wind über unsere Wangen strich
die Grillen ihr Nachtlied verstreuten
und irgendwo schrill ein Zeichen
der Zeit tönte - (ein Handy
klang durch den Wald
und wir lachten ..)
drückten wir uns
noch näher aneinander

da waren wir frei von Verboten
und frei von der Dimension
einer beschränkenden Zeit
inmitten unserer Nacht

und die Freiheit unserer Herzen
berührte das Dunkel
und ließ eine Sternschnuppe
vom Himmel fallen

und wir tranken Sekt
aus mitgebrachten Gläsern
und lümmelten über Mauerrändern
zu zweit - und doch eins

und du standest hinter mir
und ich lehnte mich an dich
und genoss den Druck
deines Schenkels

und konnte mich nicht trennen
von der Wärme
dieses lebendigen Sitzes
bis wir beinahe im steifen Krampf
lachend voneinander ließen

und Hand in Hand in der Dunkelheit
den Berg und die Burg abgingen
neuerlich beglückt
dass wir hier gelandet
in der Stille der Nacht
gemeinsam unsere Zweisamkeit
genießen konnten

und wir schlüpften zusammen
in eine Seelenkammer
und taten es ohne viel Aufhebens
und beinahe ohne Worte

und wir schenkten einander
eine unverwelkende Girlande
die wir hoch auf jenem Berg
imaginär montierten
sodass sie uns Zeuge ist
in den Zeiten
unseres Verzichts
des Abschieds
und des Endes

und jener Berg wird
immer dein Berg sein
und jene Mauer
deine Mauer bleiben

und ich schwöre es
dass keine Nacht
jemals zuvor
mir einen solchen Stempel
ins Herz drückte

und wenn ich dich
niemals wiederfände
könnte ich dich nicht verlieren
weil ich mit dir verweilte
damals am Berg

     
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3 Auszüge
aus dem Manuskript "Stetig dir entgegen"


rendezvous

mit dir eine stunde auszumachen
ist kostbar
ist umkämpft

das telefon hat hochsaison
und an der tür steht eine frage
ablenkungen bedrängen meine absicht

jesus, ich möchte mit dir reden
komm, schütze diese zeit
denn es verlangt mich nach deiner nähe

* * *

es ist gelungen
eingetaucht in deine wärme
öffne ich meine welt und lege ab

welch eine freude überfällt mich!
du gibst, was ich in dieser stunde brauche
und ich weiß um keine bessere


unverständnis

nichts wirklich trauriges schlug in meine stunde
dennoch betritt eine schwere mein haus
dehnt sich aus in meinen räumen
und knickt meinen aufrechten gang plötzlich

schleppend ziehe ich meine schritte vorwärts
ringe mit einem hadern, das ich kenne
das mich schon mancherorts überfiel
wie ein dieb in dunkler gasse

liebster, ich gehe allein durch diese stadt
heute scheinen die strassen aus verliebten zu atmen
und du bist mir so fern
und ich suche deine nähe

werde ich diesen kampf immer wieder kämpfen
solange mein platz hier auf erden
muss der schmerz erst brennen,
dass deine arme mich trösten


ich verantworte mich

wenn ich dich sterben lasse
ohne dir zu sagen, wie du leben kannst
dann mache ich mich schuldig

wärest du nun gestern verstorben
ohne vom leben können gehört zu haben
dann wäre alles umsonst geschehen

stürbest du morgen
bevor ich es dir noch heute sagen könnte
dann bliebe ich nimmerfroh

noch bist du und ich sage dir:
ich weiss, dass dein erlöser lebt!

 
© Silvia Konstantinou
 
 
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